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Klassische Werke des
Taoismus (daojia
道家)
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® http://www.100jia.net/texte/
aus dem 4. Jh. ist eines der Hauptwerke des Taoismus der Jin-Zeit. In seinen äußeren Kapiteln verteidigt es die konservative Gelehrsamkeit der Han-Dynastie. Die inneren Kapitel sind der Meditation, der Lebensverlängerung, der Alchimie, dem Exorzismus u. ä. gewidmet. Der Autor, Ge Hong 葛洪, hatte sich zurückgezogen, nachdem er politisch gescheitert war. Er beeinflusste den Taoismus in Südchina.
Früher gebräuchliche Transkription: Tao Te King. Meist übersetztes Werk nach
der Bibel. Sammlung von 81 Abschnitten in insgesamt etwa 5000 Zeichen über das
DAO 道 ,sein Wirken de 德 in der Welt und das richtige Verhalten des
Menschen, Nicht-handeln wuwei 無為. Als Autor gilt traditionell Li Dan
李聃, genannt der Alte Meister Laozi 老子, dessen historische Existenz aber
nicht nachweisbar ist. Er soll den Text vor seiner Reise in den Westen im 6. Jh.
v. Chr. dem Passwächter Guan Yin hinterlassen haben. Ausgrabungen von Guodian
aus dem frühen 3. Jh. v. Chr. und Mawangdui aus dem 2. Jh. v. Chr. bestätigen,
dass das Buch im 4. Jh. v. Chr. entstanden sein dürfte. Die heute verbreitete
Fassung, die nach ihrem Kommentator Wang Bi 王弼 (bis 249) benannt ist, stammt aus
der Han-Zeit.
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Der erste Katalog, der das gesamte taoistische Schrifttum umfasste war
Sandong jingshu mulu 三洞經書目錄 (Index der klassischen Bücher der drei Höhlen)
von Lu Xiujing 陸修靜 aus dem Jahr 471. Weitere Verbreitung fand Sandong
qionggang 三洞瓊綱 (Drei Höhlen Juwelen Netz), das während der Tang-Dynastie
unter Kaiser Xuanzong 唐玄宗 kompiliert wurde. Kataloge aus der Song-Zeit, etwa
Da Jin Xuandu baozang 大金玄都寶藏 (Schätze aus der mystischen Hauptstadt der
Großen Jin-Dynastie) sind verloren. Die heutige Fassung des Kanons basiert auf
der Ming-Edition unter Kaiser Zhentong aus dem Jahr 1445, Zhengtong Daozang
正統道藏. 1926 entstand eine erste photolithographische Reproduktion, die 1962 in
Taiwan neu aufgelegt wurde.
Die "Drei Höhlen"-Einteilung aus dem 5. Jh. besteht aus Dongzhen 洞真
(Wahrheit aus der Höhle), Dongxuan 洞玄 (Mysterien aus der Höhle) und
Dongshen 洞神 (Geist aus der Höhle). Das Daodejing ist hier nicht enthalten,
sondern in den Sifu 四輔 (Vier Lagunen).
Kleines Buch aus der späten Epoche der Streitenden Reiche (3. Jh. v. Chr.) mit gemischten Inhalten. Es gehört nicht zu den traditionell der taoistischen Philosophie zugeordneten Werken.
Streitende Reiche. Selbstkultivierung und Regierung in Übereinstimmung mit dem naturgegebenen Wandel der Phasen/Elemente.
Liu An 劉安, ein Prinz der Han-Dynastie, förderte taoistische Gelehrte und liess sie ein Buch über alle Aspekte des menschlichen Lebens und des Kosmos zusammenstellen. Der Mensch besteht aus jing 精 (ätherische Substanz), qi 氣 (Lebensenergie) und shen 神 (Geist, Bewußtsein). Er ist ein Mikrokosmos. Der Weise zhiren 至人 handelt in Übereinstimmung mit der Entwicklung wu wei 無為, unabhängig von der Meinung anderer doch mit Rücksicht auf sie. Er lebt am besten in Übereinstimmung mit dem Dao. Himmel, Erde und Mensch tian di ren 天地人 bilden den Kosmos.
Die chinesische Medizin hat dem Taoismus zentrale Anteile ihrer Anschauung zu verdanken. Zusammenwirken und Wechselwirkung der einander ergänzenden Gegensätze Yin 陰 und Yang 陽; die fünf Elemente/Phasen wuxing 五行; Körperpflege durch Schattenboxen taijiquan 太極拳 oder qigong 氣功. Das Buch ist das bekannteste Werk der chinesischen Medizin, das der Tradition nach auf den legendären Gelben Kaiser zurückgeht. Es ist in Form eines Dialogs zwischen diesem und seinem Arzt, Qi Bo, gefasst
> chinesischer Text / Ausschnitt
von Liu Xiang 劉向, der bis 6 v. Chr. lebte. Der Text enthält 70 Biographien taoistischer Heiliger/Weiser. Er wird als Nachschlagewerk zum frühen Taoismus auch heute geschätzt. Spätere Biographiensammlungen, z. B. das Shenxianzhuan 神仙傳 sind durch diesen Text beeinflusst..
Autor Lie Yukou 列御寇 ist historisch nicht nachweisbar. Das Buch stammt aus dem
3. Jh. Es ist der für uns am leichtesten nachvollziehbare taoistische Klassiker.
Nach Aufgabe von Wissen und Begierden kann sich der Mensch natürlich ziran
自然 verhalten. Das letzte Kapitel ist dem Skeptiker Yang Zhu 楊朱 gewidmet, der zu
Lebzeiten großen Einfluss hatte.
Im Yiwenzhi 艺文志 des Hanshu 汉书 wird der Text Liezi mit acht Abschnitten
angeführt. Auch heute sind acht Abschnitte überliefert. Während der
Tang-Dynastie, im Jahr 742, erhielt das Werk den Titel "Wahres Buch vom
quellenden Urgrund Chongxu zhenjing 冲虚真经". Es enthält fabelhafte
Episoden, die das Leben im Dao gut veranschaulichen. Neben Liezi tritt der
Skeptiker Yang Zhu 杨朱 prominent auf. Es ist neben dem Daodejing und dem
Nanhua zhenjing 南化真经 das drittwichtigste Buch des philosophischen Taoismus.
Der bekannteste Kommentar stammt von Zhang Shen 张湛 aus der Jin Dynastie.
Das Buch wurde unter Förderung des Qin-Kanzlers Lü Buwei 呂不韋 239 v. Chr.
fertiggestellt. Er versammelte dazu laut Sima Qian 3000 gelehrte Hausgäste und
ließ sie an einer Zusammenfassung des Wissens der Zeit arbeiten. Als das Buch
fertig war, ließ er es auf dem Marktplatz ausstellen und einen Sack mit 1000
Goldstücken darüber hängen. Er versprach sie demjenigen, der schlüssig auch nur
ein Zeichen hinzufügen oder wegnehmen könne.
Das erste Buch, die 12 Aufzeichnungen, ist zyklisch nach den Monaten des
Jahres aufgebaut -- daher der Name "Frühling und Herbst". Es enthält 12 mal 5
Abschnitte. 60 ist die Zahl der Jahreszyklen. Es wird dem Himmel zugeordnet.
Das zweite Buch, die 8 Betrachtungen, enthält 8 mal 8 (64) Abschnitte. 64 ist
die Zahl der Hexagramme des Yijing. Es wird dem Menschen zugeordnet.
Das dritte Buch, die 6 Abhandlungen, enthält 6 mal 6 Abschnitte. Es wird der
Erde zugeordnet.
Das Konzept der 5 Phasen/Elemente ist zentral: Erde tu 土, Holz mu
木, Metall jin 金, Feuer huo 火, Wasser shui 水. Ihnen
entsprechen 5 Farben, Organe, Stimmungen usw. Die Natur, die menschliche
Gesellschaft und historische Abläufe sind danach geordnet. Das Werk des Zou Yan
鄒衍, dessen Schule diese Gedanken ausgeformt hat, ist verloren.
> chinesischer Text (Kapitel 26 fehlt)
Magische Geographie aus dem 3. bis 1. Jahrhundert v. Chr., die dem legendären Großen Yu zugeschrieben wurde. Sie beschreibt Fauna, Flora, Mineralien, fremde Völker, Geister und Götter in allen vier Himmelsrichtungen, sowie jenseits des Meeres, innerhalb der Meere und in der großen Wildnis.
Das Buch stammt von Ge Hong 葛洪 aus der Östlichen Jin-Dynastie, 4. Jh. n. Chr. Es verzeichnete 84 Biographien von Heiligen des Taoismus. Die überlieferte Fassung in 10 Kapiteln wird für unvollständig gehalten.
Klassiker aus der späteren Han-Zeit. Es hat 10 Teile mit jeweils 17 Kapiteln und insgesamt 366 Abschnitten. Zur Förderung des Staates durch Übereinstimmung mit Himmel, Erde und den 5 Phasen und absichtsloses Handeln. Außerdem beinhaltet es Angaben zu Meditation, Atemübungen, Kräutermedizin u. ä. Es war das Leitwerk der damaligen Bauernrevolten.
Das Nanhua zhenjing 南華真經 ist neben dem Daodejing das wichtigste Buch
des philosophischen Taoismus. Es wird übereinstimmend als literarisch
wertvollstes taoistisches Werk bezeichnet. Es besteht aus auch für uns heute
anschaulichen Begebenheiten und Begegnungen. Einen prominenten Platz nimmt neben
der Veranschaulichung des Dao die Erkenntnis- und Sprachtheorie ein. Manchmal
treffen wir auf Phantasiewesen in fremden Welten, manchmal auf bekannte
Persönlichkeiten im Disput, etwa der Sophist Hui Shi. Konfuzius tritt immer
wieder positiv in Erscheinung. Nur in einigen Dialogen mit Laotse erweist er
sich als weniger vollendet als ersterer.
Das Werk wurde im 3. Jh. v. Chr. verfasst. Im Yiwenzhi des Hanshu wird es mit
zweiundfünfzig Abschnitten angeführt. Heute sind nur 33 Abschnitte überliefert.
Das Buch ist in drei Teile eingeteilt. Die sieben Inneren Kapitel Neipian 内篇
stehen am Anfang. Sie werden manchmal dem taoistischen Philosophen Zhuang Zhou
莊周persönlich zugeschrieben. Die folgenden fünfzehn äußeren Waipian 外篇 und zehn
vermischten Zapian 杂篇 Kapitel werden seiner Schule und späteren Taoisten
zugeschrieben. Während der Tang-Dynastie erhielt das Werk den Ehrentitel "Wahres
Buch vom südlichen Blütenland". Der bekannteste Kommentar stammt von Guo Xiang
郭象 (+ 312) aus der Jin Dynastie.
http://www.100jia.net/texte/
> Übersetzung in Auszügen Lin Yutang
> Übersetzung James Legge, Vol 1, Vol 2
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